Newsletter_Initiative_Wissen

Ausgabe 4 | März 2019

Newsletter_Initiative_Wissen_04
Die Anforderungen an die Organisationsstrukturen verändern sich zunehmend – insbesondere durch die fortschreitende Digitalisierung und Flexibilisierung in der Arbeitswelt. Diese Phänomene erhöhen die Anforderungen an Unternehmen und erfordern neue Bürokonzepte und Arbeitsmodelle. Daher stehen zunehmend viele Fragestellungen im Fokus: Wie kann der Arbeitsplatz der Zukunft gestaltet werden und wie wird sich dieser auf die „Work Ability“ auswirken – insbesondere mit Blick auf Motivation, Identifikation, Produktivität und Gesundheit? Welche Trends und Gestaltungsprinzipien prägen den Arbeitsplatz der Zukunft? Wie können Unternehmen Rahmenbedingungen schaffen, damit die neuen Formen angenommen werden?

Die Bedeutung der Flexibilität löst das Bild des traditionellen Arbeitsplatzes ab. In den Unternehmen treten vermehrt unterschiedliche Büroformen wie Großraumbüro, Desksharing und Coworking Spaces auf. Büros sind heute mehr als Schreibtisch, Computer und Telefon – sie sind eine Botschaft des Unternehmens. Die Arbeitsbedingungen in einem Großraumbüro sind laut Studien nicht immer optimal; achtet man aber auf bestimmte Aspekte, kann die Arbeit effektiv und effizient gestaltet werden.
In einem Großraumbüro sind mehrere Aspekte wichtig, die bei der Office-Planung beachtet werden sollten: gute Lichtverhältnisse, frische Raumluft, leistungsfähige Klimatechnik, Ergonomie der Arbeitsplätze, ein ausgezeichnetes Akustikkonzept, Raumtemperatur, Wohlfühlambiente und die Möglichkeit, sich auch kurzfristig zum Arbeiten zurückzuziehen. Zudem bietet die Arbeit in einem Großraumbüro auch weitere Vorteile: kurze Kommunikations- und Abstimmungswege, einfacher Wissenstransfer zwischen verschiedenen Teams und Mitarbeitern – digital, flexibel und mobil. Die Zukunft des modernen Arbeitsplatzes liegt in sogenannten Open-Space- und Multi-Space-Büroformen, die Großraumflächen mit geschlossenen Bereichen verbinden. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus verschiedenen Büroformen: Es gibt große, offene Bereiche für den gemeinsamen Austausch neben geschlossenen Räumen für Teamsitzungen und konzentriertes Arbeiten.

Ein interessantes Beispiel ist die Firma unu, ein Berliner Hersteller von Elektro-Motorrollern, der nach dem Konzept des offenen Großraumbüros arbeitet. Dieses Unternehmen orientierte sich bei der Bürogestaltung an der griechischen „Agora“, dem zentralen Markt- und Versammlungsplatz einer Stadt. Die Wände sind, ganz dem jungen Trend folgend, mit aufbereiteten Backsteinen verkleidet, an den hohen Decken sind Pflanzkästen angebracht und eine Holztribüne lädt zum Plaudern und Pausieren ein. Die Firmenpolitik, die ein gemeinschaftliches Ganzes zum Ziel hat, spiegelt also dieses Ziel auch in der Bürogestaltung. Das Unternehmen gibt dazu Regeln vor: gegenseitige Rücksichtnahme, keine Privatgespräche und ein Raum für den Rückzug zum Arbeiten.

Das Großraumkonzept ist eine Form des Arbeitens, die durchaus auch die Idee der Initiative Wissen in sich trägt. Es macht den permanenten und flexiblen Austausch spielend leicht und ist somit auch Motor für ein stetiges Lernen und Entwickeln. Trotzdem gibt es keine allgemeingültige ideale Form eines Büros. Der Arbeitsplatz als solcher sollte aber grundsätzlich einen viel höheren Stellenwert in unseren Unternehmen haben – und im Idealfall die Idee eines Unternehmens sichtbar machen.

Ihre Redaktion der Initiative Wissen
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